© Neue Zürcher Zeitung; 12.12.2003
Zürcher Kultur (ZÜRCHER KULTUR)
«Superstar» im Bernhard-Theater
Muscionico D.
M. D. Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein? Er braucht die drei S, Sex, Sound und Servelat-Prominenz. Wer das nicht glauben mag, setze sich vor die Flimmerkiste zur Casting-Show «Music Star» oder ins Bernhard-Theater zu «Superstar» - der Fortsetzung von «Music Star» mit den Mitteln des Theaters. Diesen gelingt einiges, ein ausverkauftes Haus, ein hingerissenes Publikum und voraussichtlich die Geburt eines Kults. Für die Frivolité unter der Gürtellinie bürgen Ex-Moderator Hannes Hug als Moderator Kurt Aeschbacher und die Schauspielerin Wanda Vislouzylowa als Nummerngirl. Hugs Texte sind verständlich, ganz im Gegenteil zu jenen der Gäste, die jeder kennt. Nicht aber in diesem Zustand kennt: singend. Wetterfrosch Thomas Bucheli als röhrender Platzhirsch macht dabei die beste Fliegenfalle, er bescheidet sich mit Summen («The Crazy Diamonds»). Gion Cavelty, im Artikulieren geübter, setzt seinen «Ring of Fire» so tief an, dass er Cash & Carry als John durchgeht. Christian Frei, Vier-Sterne-Hotelier («Ascot»), sägt «TNT» von AC/DC in mundgerechte Stücke. That's the Way, wie man Theater füllt. Jeden zweiten Montag im Bernhard-Theater.